Born to be blue
Biografie Chet Baker

19. Juni 2019

Lichtblick Heide



Jazzcoast.di und der Heider Filmclub e.V. zeigen im Lichtblick Heide den Film "Born to be blue".


Chet Baker im Ankleideraum des berühmten New Yorker Jazzklubs Birdland; im Saal warten Miles Davis, Dizzy Gillespie und viele andere wichtige Menschen der Szene immer ungeduldiger auf seinen Auftritt.


Aber Chet Baker kann sich nicht überwinden, auf die Bühne zu gehen.


Er ist lange Zeit ohne das Heroin ausgekommen, das seine Kunst erst beflügelte und sie dann zerstörte; er weiß, was es bedeutet, wieder rückfällig zu werden. Im Publikum steht die Frau, die er liebt; sie ist von ihm schwanger und hofft auf eine gemeinsame Zukunft mit ihm.


Er weiß, dass sie ihn verlassen wird, wenn er das Heroin wieder drückt; aber in diesem Moment drängt die Sucht nach der Droge alles andere fort. "Heroin gibt mir Selbstvertrauen", flüstert er seinem besorgten Manager zu, der ihm gerade noch ein Fläschchen Methadon gebracht hat, "es weitet die Zeit, sodass ich in jede einzelne Note hineinschlüpfen kann." Nun sitzt er vor dem Spiegel und sieht sich in die Augen, links liegt ein Heroinbesteck auf dem Tisch, rechts steht das Methadon. 


Was wird passieren?

Der Trompeter Chet Baker (1929-1988) gehört zu den prägenden Künstlern und zu den großen Selbstzerstörern des Jazz; in dem Film Born to be Blue spielt Ethan Hawke den Baker der fünfziger und sechziger Jahre mit hervorragender Hingabe und Einfallskraft.


Hawke ist lässig, überheblich, nervös und zittrig; wenn er Trompete spielt, ist er erotisch und selbst im Scheitern noch virtuos; wenn er gegen die Drogensucht kämpft oder sich in ihr verliert, ist er so erbärmlich, nervig und unangenehm, wie es Junkies nun einmal sind. Wobei Hawke nicht nur als Cool Cat im jazzfotografientypisch eingeräucherten Gegenlicht sehr gut auszusehen vermag. Selbst die käsige Verschwitztheit des Entzugskandidaten steht ihm noch gut: Einen so schönen Mann entstellt eben nichts.